Katzenfutter ohne Zucker und Getreide im Test
Katzenfutter ohne Zucker und Getreide im Stiftung Warentest Check: Welche Sorten überzeugen 2024/2025? Kaufberatung, Testsieger und worauf es wirklich ankommt.

Sonntagabend, die Katze sitzt erwartungsvoll vor ihrem Napf — und du fragst dich zum wiederholten Mal, was da eigentlich drin steckt. Katzenfutter ohne Zucker und Getreide ist längst kein Nischenthema mehr, und wer die Ergebnisse der Stiftung Warentest kennt, weiß: Die Überraschungen beginnen bereits beim Blick auf das Preisschild.
Katzenfutter ohne Zucker und Getreide: Warum die Wahl entscheidend ist
Katzen sind obligate Karnivoren — ihr Verdauungssystem ist evolutionär auf Fleisch ausgelegt, nicht auf Getreidestärke oder Zuckerzusätze. Während viele Hersteller dennoch Weizen, Mais oder Gerste als günstige Füllstoffe einsetzen, stellt sich für verantwortungsvolle Halter die Frage: Schadet das meiner Katze wirklich?
Die Antwort ist differenziert. Getreide ist für Katzen zwar nicht giftig, liefert aber kaum verwertbare Nährstoffe. Schlimmer: Ein hoher Stärkeanteil belastet die Bauchspeicheldrüse, da Katzen nur geringe Mengen der Enzym Amylase produzieren — im Vergleich zu Hunden etwa zehnfach weniger. Besonders bei Katzen mit empfindlichem Magen, Allergien oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes kann Getreide im Futter die Symptome verschlimmern.
Zucker wiederum hat im Katzenfutter schlicht nichts zu suchen. Katzen besitzen keine Geschmacksrezeptoren für Süßes — Zucker dient also ausschließlich als Appetitanreger und Konservierungsmittel, nützt der Katze selbst aber nicht. Im Gegenteil: Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel begünstigt Übergewicht und kann die Entstehung von Diabetes mellitus fördern.
Wer also nach einem besten Nassfutter für Katzen sucht, das gleichzeitig den Stiftung-Warentest-Kriterien entspricht und auf Zucker sowie Getreide verzichtet, hat keinen leichten Stand — aber sehr wohl gute Optionen.
Ähnliche Überlegungen gelten übrigens auch beim Hundefutter: Ein Blick auf Hundefutter im Öko-Test zeigt, dass günstige Alternativen erstaunlich gut abschneiden können — und dass Marketingversprechen selten mit dem Testergebnis übereinstimmen.
Stiftung Warentest Ergebnisse: Überraschende Sieger ohne Getreide
Die Stiftung Warentest hat in ihrer letzten Auswertung von Katzenfutter — Nassfutter für ausgewachsene Katzen und speziell Kitten — über 30 Produkte unter die Lupe genommen. Die Kriterien: ernährungsphysiologische Qualität (Proteingehalt, Aminosäurenprofil, Taurin, Mineralstoffbilanz), Schadstoffe (Schwermetalle, Mineralöle), Kennzeichnung und Fütterungsempfehlung.
Das Ergebnis war für viele Halter eine Überraschung: Mehrere günstige Eigenmarken aus dem Discounterbereich — Aldi, Lidl und dm — erhielten die Bewertung „gut" bis „sehr gut". Teure Premiummarken hingegen fielen zum Teil durch, weil die Nährstoffzusammensetzung nicht den Empfehlungen der European Pet Food Industry Federation (FEDIAF) entsprach.
Mera Katzenfutter im Test
Mera Katzenfutter gehört zu den Marken, die in der Stiftung-Warentest-Bewertung regelmäßig positiv auffallen. Die Linie „Mera Finest Fit" verzichtet konsequent auf Getreide und setzt auf hohe Fleischanteile — in einigen Varianten über 80 Prozent tierische Zutaten. Im Test überzeugten besonders die Taurinwerte und das ausgewogene Calcium-Phosphor-Verhältnis, das für gesunde Nieren essentiell ist.
Wichtig zu wissen: Der Mera-Katzenfutter-Test zeigt, dass „getreidefrei" allein kein Garant für Qualität ist. Entscheidend bleibt, ob das Aminosäurenprofil stimmt und keine kritischen Zusatzstoffe enthalten sind.
Whiskas Nassfutter im Test
Whiskas ist eine der meistverkauften Marken in Deutschland — und schneidet im Stiftung-Warentest-Vergleich durchwachsen ab. Die klassischen Varianten enthalten Getreide und zum Teil Zuckerzusätze. Neuere Produktlinien ohne Getreidezusatz zeigen sich im Whiskas-Nassfutter-Test etwas besser aufgestellt, kommen aber selten an die Spitzenwerte der Eigenmarken heran.
In der Stiftung-Warentest-Bewertung 2024/2025 erhielten rund 40 % der getesteten Nassnahrungen die Note „gut" oder besser. Unter den Top-Platzierten waren überproportional viele Eigenmarken aus dem Discountbereich — und nahezu keine enthielten Zuckerzusätze.
Der entscheidende Lerneffekt aus den Testergebnissen: Ein hoher Preis schützt nicht vor schlechter Qualität. Wer gezielt nach Katzenfutter ohne Zucker und Getreide sucht und dabei die Stiftung-Warentest-Empfehlungen im Blick behält, findet häufig bei den unscheinbaren Discounterprodukten die beste Kombination aus Nährstoffqualität und Verzicht auf unnötige Füllstoffe.
Qualität muss nicht teuer sein: Günstige getreidefreie Alternativen
Eine der hartnäckigsten Fehlannahmen beim Katzenfutter: Je teurer, desto besser. Die Stiftung Warentest hat diesen Mythos bereits mehrfach widerlegt. Bei zuckerfreiem, getreidefrei formuliertem Nassfutter gilt das erst recht.
Eigenmarken wie beispielsweise „Alvito" (dm), „McBride’s" (Aldi) oder vergleichbare No-Name-Produkte aus Discountern enthalten in den getreidefreien Varianten häufig ähnlich hohe Fleischanteile wie Premiumprodukte — zu einem Bruchteil des Preises. Der Unterschied liegt oft weniger in der Inhaltsstoffqualität als in Marketing, Verpackung und Markenpflege.
Trotzdem gilt: Günstig bedeutet nicht automatisch gut. Auch hier lohnt ein kritischer Blick auf die Zutatenliste. Folgende Punkte solltest du prüfen:
- Fleischanteil: Liegt er über 60 Prozent? Sind konkrete Tierarten angegeben (z.B. „Huhn 65 %") oder nur vage Angaben wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse"?
- Stärke- und Getreidezusätze: Tauchen Weizen, Mais, Reis oder Gerste irgendwo in den ersten fünf Zutaten auf?
- Zuckerzusätze: Bezeichnungen wie Saccharose, Glukose, Fruktose, Melasse oder Sorbit sind Warnsignale.
- Taurin: Dieser Aminosäure-Zusatz ist für Katzen lebenswichtig — fehlt er in der Deklaration, sollte man skeptisch sein.
Wer eine neue Katze aus dem Tierheim aufnimmt, ist oft unsicher, welches Futter das richtige ist. Die Kosten einer Katze aus dem Tierheim umfassen weit mehr als die reine Schutzgebühr — und das Futter ist einer der größten laufenden Posten. Genau deshalb lohnt es sich, früh eine gute und trotzdem bezahlbare Futtermarke zu finden.
Kaufberatung: Worauf du bei zuckerfreiem Futter wirklich achten solltest
Jetzt wird es praktisch. Der nächste Gang durch den Futtermittelgang — hier ist, worauf es wirklich ankommt, wenn du Katzenfutter ohne Zucker und Getreide im Sinne der Stiftung-Warentest-Kriterien auswählen willst.
Die Zutatenliste richtig lesen
Zutaten müssen in Deutschland in absteigender Reihenfolge nach Gewichtsanteil deklariert werden. Das klingt einfach, kann aber irreführend sein: Hersteller nutzen die sogenannte Splitting-Methode, um Getreide kleiner wirken zu lassen. Statt „Weizen 20 %" erscheint dann „Weizenmehl, Weizengluten, Weizenstärke" — drei separate Einträge, die zusammen jedoch einen erheblichen Anteil ausmachen.
Beim Nassfutter ist außerdem auf den Feuchtigkeitsgehalt zu achten: Hoher Wasseranteil (über 80 %) bedeutet, dass Trockensubstanz-Anteile rechnerisch kleiner wirken. Ein Fleischanteil von „70 % in der Frischmasse" entspricht nach Trocknung nur etwa 20–25 %.
Das richtige Futter für Kitten
Beim Nassfutter-Kitten-Test zeigt sich: Welpen haben einen deutlich höheren Energiebedarf als erwachsene Katzen und brauchen mehr Kalzium, Phosphor und DHA für die Gehirnentwicklung. Getreidefreie Kitten-Varianten müssen diese Nährstoffe über alternative Zutaten — z.B. aus Fischöl oder speziellen Fleischmehlmischungen — abdecken.
Kitten-Futter als „ohne Getreide" zu deklarieren reicht also nicht. Entscheidend ist, dass die FEDIAF-Empfehlungen für Wachstum erfüllt werden. Die Stiftung Warentest prüft dies unter dem Punkt „Fütterungsempfehlung" — ein Kriterium, das von mehreren Premiumkitten-Sorten zuletzt nicht bestanden wurde.
Auf diese Bezeichnungen solltest du verzichten
Einige Begriffe auf Katzenfutterverpackungen klingen gut, sagen aber wenig über die Qualität aus:
- „Natürlich" — kein gesetzlich definierter Begriff im Tiernahrungsbereich
- „Premium" — ebenfalls nicht reguliert
- „Reich an Proteinen" — ohne Angabe der Proteinquelle nahezu bedeutungslos
- „Zuckerfrei" — bedeutet nur, dass kein Zucker zugesetzt wurde; natürliche Süßungsmittel können trotzdem enthalten sein
Verlässlicher als Etikettversprechen sind die tatsächlichen Analysewerte: Rohprotein über 10 Prozent beim Nassfutter (nach Feuchtigkeit), Rohfett zwischen 4 und 8 Prozent, Rohasche unter 2,5 Prozent.
Fazit: So findest du das ideale Futter für deine Katze
Der Kauf von Katzenfutter ohne Zucker und Getreide, das zugleich den Ansprüchen der Stiftung Warentest genügt, ist kein Hexenwerk — erfordert aber etwas Aufmerksamkeit an der Zutatenliste.
Das Wichtigste im Überblick: Günstige Eigenmarken aus dem Discounter gehören zu den überraschend starken Kandidaten, wenn sie keine versteckten Getreidezusätze und Zuckerstoffe enthalten. Mera Katzenfutter überzeugt als Markenprodukt durch konsequenten Getreideverzicht und solide Nährstoffprofile. Whiskas hat in den klassischen Varianten noch Nachholbedarf, zeigt in neueren Linien aber Verbesserungen.
Letztlich bleibt eine Wahrheit bestehen, die der Stiftung-Warentest-Katzenfutter-Vergleich immer wieder bestätigt: Das Preisschild verrät wenig über die Qualität. Was zählt, sind Fleischanteil, Taurin, Aminosäurenprofil — und der Verzicht auf Zutaten, die einer Katze schlicht nicht nützen.
Wenn Minka also das nächste Mal vor ihrem Napf sitzt, weißt du zumindest, warum das Futter darin mit mehr Bedacht ausgewählt werden sollte als das günstigste Angebot im Regal.
Häufige Fragen (FAQ)
- Welches Katzenfutter ohne Zucker und Getreide ist laut Stiftung Warentest das beste?
- Die Stiftung Warentest bewertet Katzenfutter nach Nährstoffqualität, Schadstoffen und Kennzeichnung. In den Testergebnissen 2024/2025 schnitten mehrere getreide- und zuckerfreie Eigenmarken aus dem Discounterbereich (z.B. Aldi, Lidl, dm) mit ‘gut’ oder ‘sehr gut’ ab – oft besser als teure Premiumprodukte.
- Ist getreidefreies Katzenfutter automatisch gesünder?
- Nein, nicht automatisch. ‘Getreidefrei’ bedeutet nur, dass keine Getreidezutaten enthalten sind – das Aminosäurenprofil, der Tauringehalt und die Mineralstoffbilanz können trotzdem unausgewogen sein. Entscheidend ist die Gesamtbewertung der Nährstoffzusammensetzung, nicht ein einzelnes Label.
- Warum verzichten viele Hersteller auf Zucker im Katzenfutter?
- Katzen besitzen keine Geschmacksrezeptoren für Süßes und profitieren daher nicht von Zucker. Zucker dient Herstellern als Appetitanreger und Konservierungsmittel, kann aber Übergewicht und Diabetes mellitus begünstigen. Seriöse Hersteller verzichten deshalb bewusst auf jegliche Zuckerzusätze.
- Welches Nassfutter für Kitten ist das beste ohne Getreide?
- Kitten benötigen mehr Kalzium, Phosphor und DHA als erwachsene Katzen. Getreidefreie Kitten-Sorten müssen diese Nährstoffe über Fischöl und hochwertige Fleischmischungen abdecken. Im Nassfutter-Kitten-Test der Stiftung Warentest bestanden nicht alle Premiumprodukte – die FEDIAF-Empfehlungen für Wachstumsphasen sollten immer geprüft werden.
- Sind günstige Eigenmarken im Test wirklich besser als teure Marken?
- Häufig ja. Die Stiftung Warentest hat mehrfach gezeigt, dass Discounterprodukte in der Nährstoffzusammensetzung mit teuren Premiummarken mithalten oder diese übertreffen können. Entscheidend ist der tatsächliche Inhalt, nicht der Markenname oder das Preisschild.
- Wie erkenne ich versteckten Zucker in der Zutatenliste?
- Versteckter Zucker versteckt sich hinter Bezeichnungen wie Saccharose, Glukose, Fruktose, Melasse, Sorbit oder Zuckerrohrsirup. Auch ’natürliche Aromen’ können Zuckerderivate enthalten. Wer sicher gehen will, wählt Produkte, bei denen keiner dieser Begriffe in der Zutatenliste auftaucht.